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Wo hilft Akupunktur

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Was kostet Akupunktur

Die Kosten liegen bei 30 bis 70 Euro pro Sitzung. In einigen Fällen übernehmen die Krankenkassen die Kosten teilweise oder sogar ganz.
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Myofasziale Schmerzen

Aktuelle Datenlage Akupunktur zur Behandlung von muskulär-bedingten Schmerzen (myofasziales Schmerzsyndrom)


Was sind myofasziale Schmerzen?

Unter dem Begriff myofasziales Schmerzsyndrom versteht man Schmerzen, die von der Muskulatur ausgehen. Dabei finden sich überempfindliche Muskelverhärtungen, die meist tastbar sind und als Triggerpunkte bezeichnet werden. Typisch ist außerdem der sogenannte „referred pain“, also ausstrahlender Schmerz, der durch Druck auf den Triggerpunkt ausgelöst werden kann. Kennzeichnend ist hierbei, dass der ausgelöste Schmerz nicht nur an der Stelle des Drucks, sondern auch an anderen Körperstellen empfunden wird. So sind beispielsweise typische „referred pain“-Regionen der Nackenmuskulatur  auf der Stirn zu finden, oder Triggerpunkte in der Gesäßmuskulatur können für die klassischerweise als „Ischiasschmerzen“ bezeichnete Symptomatik verantwortlich sein.


Wie können myofasziale Schmerzen ohne Medikamente behandelt werden?

Myofasziale Schmerzen sind eine traditionelle Indikation für die Akupunktur. Hierbei kommt nicht nur die klassische Nadelakupunktur und Ohrakupunktur zum Einsatz, sondern auch die Triggerpunktakupunktur, die auch als „Dry Needling“ bezeichnet wird. Dabei werden die Triggerpunkte mit der Akupunkturnadel mehrfach angepiekst. Ziel ist es dabei, den Triggerpunkt zur schnellen Kontraktion zu bringen, der sog. „twitch response“. Nach der Kontraktion erfolgt die Entspannung der Muskulatur und damit das Lösen der verhärteten Muskelfasern.  Ebenfalls über Entspannung der kontrahierten Muskelfasern arbeiten auch andere, nicht-medikamentöse Behandlungsformen des myofaszialen Schmerzsyndroms, z.B. die manuelle Medizin und Massage, die die Triggerpunkte durch Druck lösen oder die Injektion durch Lokalanästhetika direkt in den Triggerpunkt.

 

Wie ist die wissenschaftliche Datenlage zur Behandlung von myofaszialen Schmerzen mit Akupunktur?

Myofasziale Schmerzen können an verschiedenen Körperregionen auftreten und, wie oben beschrieben, mit verschiedenen Akupunkturtechniken behandelt werden. Zusätzlich gibt es mehrere andere Behandlungsmethoden, mit denen der Erfolg der Akupunktur in Studien verglichen werden kann. Daher sind die vorhandenen Studien zu diesem Thema unterschiedlich und teilweise schwer zu vergleichen.

Im Jahr 2009 wurde eine Metaanalyse (d.h. eine Auswertung und Zusammenfassung verschiedener Studie einer Forschungsfragestellung) in einer renommierten, internationalen Fachzeitschrift der Schmerzforschung und –therapie veröffentlicht. In diese Auswertung wurden sieben Studien einbezogen. Dabei zeigte sich, dass die Ergebnisse nur bedingt interpretierbar waren, da die Qualität der untersuchten Studien nicht den Anforderungen entsprach und meistens nur an wenigen Patienten durchgeführt worden waren. Es schien jedoch, dass Akupunktur im Vergleich mit der Standardbehandlung einen Effekt zeigte. Auch wenn die Akupunktur nicht statistisch signifikant besser als die Placeboakupunktur, kamen die Autoren zu dem Schluß, dass sich ein Behandlungseffekt durch Dryneedling auf Triggerpunkte anzudeuten schien. Sie empfahlen, dies in weiteren Studien zu klären.

Seitdem wurden eine Vielzahl an Arbeiten zum Thema myofaszialer Schmerz und Akupunktur veröffentlicht. Wissenschaftlichen Ansprüchen genügen die Arbeiten, die Akupunktur mit anderen Verfahren oder Placebo/ Schein- bzw. Sham-Akupunktur vergleichen („kontrolliert“) und bei der die Teilnehmer zufällig der verschiedenen Behandlungen zugeteilt werden („randomisiert“). Eine durch die Daegfa durchgeführte Recherche in einer internationalen Datenbank (PubMed) ergab, dass zwischen 2010-2015 24 randomisiert-kontrollierte Studien veröffentlicht worden waren. Die Teilnehmerzahlen der einzelnen Studien schwankten zwischen fünf und 94 Personen. Es wurden nur Studien weiter verwendet, die mindestens 20 Teilnehmer hatten (20 Arbeiten). Auch hier gab es noch große Unterschiede: Die Zahl der erfolgten  Behandlungen und die Nachbeobachtungsdauer lag zwischen einer einzelnen Behandlung mit der Evaluation von Soforteffekten und einer Serie mit 15 Sitzungen. Die maximale Nachbeobachtungszeit lag bei 3 Monaten (10, 16, 18, 20). Die Mehrheit der Studie beschäftigte sich mit myofaszialen Schmerzen der Nackenregion (1, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 16, 17, 18, 20). Fünf Studien untersuchten den Akupunktureffekt bei temporomandibulärer Dysfunktion, d.h. Schmerzen in Kieferregion und Kaumuskulatur (2, 3, 12, 14, 15), eine bei Nacken- und/oder Rückenschmerzen (11), eine bei Fußschmerzen (10) und zwei Studien machten keine Angaben zur betroffenen Körperregion (13, 19).

 

Die häufigste Akupunkturform war das Dryneedling, also die Triggerpunktakupunktur (1, 3, 5, 7- 11, 13, 14, 16, 17, 19). Eine Arbeit verglich diese Form mit herkömmlicher Akupunktur und befand sie für überlegen (17). Eine andere  Studie verglich Triggerpunktakupunktur gegen Dryneedling im Muskel, jedoch abseits von Triggerpunkten und stellte die Überlegenheit der Nadelung in die Triggerpunkte fest (5). Eine weitere Studie verglich Akupressur mit der Collateralen Meridiantherapie und fand keinen Unterschied zwischen beiden Gruppen (6). In zwei Studien wurde Akupunktur als zusätzliche Behandlung zur herkömmlichen Therapie eingesetzt und mit dieser verglichen (2, 20). In beiden Fällen war die Kombination erfolgreicher als die Singletherapie.

 

Als Kontrollgruppe wählten acht Studien einen Vergleich mit Placebo, einer sogenannten Sham-Akupunktur (4, 10, 11, 12, 13, 14, 17, 18). In der Vergangenheit hatte dies öfters dazu geführt, dass Studien negativ bewertet wurde, das sich unter den Behandlungen zwar die Beschwerden gebessert hatten, aber die Unterschiede oft nicht statistisch signifikant besser als die Sham-Gruppen waren. Von den hier vorgestellten acht Studien konnten immerhin sechs eine Überlegenheit gegenüber Sham-akupunktur feststellen (4, 10, 11, 12, 13, 17), wobei allerding auch eine Studie eine erhöhte Rate an nicht-schwerwiegenden Nebenwirkungen in der Behandlungsgruppe sah (10). Eine andere stellte das Wiederauftreten der Symptome in der Akupunkturgruppe fest (12).

Die restlichen Studien verglichen Akupunktur mit verschiedenen anderen Therapien. Dabei war

die Akupunktur:

- erfolgreicher als Medikamente bzgl. der Beweglichkeit, bzw. gleichwertig hinsichtlich der Schmerzreduktion. Zusätzlich traten leichte Nebenwirkungen durch die Medikamente in 41% der Fälle auf (3).

- erfolgreicher als die Behandlung mit Schiene bei der TMD hinsichtlich Schmerzreduktion, Beweglichkeit und lokalem Druckschmerz (15)

- gleichwertig zu Injektionen mit Lokalanästhetika (16, 19), bzw. besser in einer dritten Studie (11)

- gleichwertig zu verschiedenen Arten der Physiotherapie (7, 8, 9), wobei es leichte Unterschiede in Teilbereichen gab: Bezüglich der Schmerzreduktion war Akupunktur in einer Arbeit besser (9) und in einer anderen gleichwertig (7). In einer dritten Studie führten Manuelle Medizin, Bindegewebstechniken und Akupunktur kombiniert mit Stretching zu einer Reduktion der Schmerzen. Akupunktur mit Stretching und Manuelle Medizin erzielten zusätzlich eine Verbesserung der Beweglichkeit, während nur Manuelle Medizin auch die lokale Druckempfindlichkeit reduzieren konnte (1).


Zusammenfassung:

Seit der Metaanalyse von Tough et al. 2009 wurde viel geforscht. Nach wie vor existiert eine große Inhomogenität in Bezug auf Fallzahlen, Qualität und Art der Behandlung. Allerdings spricht die Tatsache, dass in allen Arbeiten eine Besserung der Beschwerden durch Akupunktur im vorher-nachher Vergleich gesehen wurde und nur bei zwei randomisiert-kontrollierten Studien (RCTs) keine Überlegenheit der Akupunktur gegenüber Placebo gezeigt werden konnte für sich. Die anderen 18 RCTs zeigten entweder die Überlegenheit der Akupunktur oder zumindest einen gleichwertigen Effekt wie andere Therapieformen.


Die Studien finden Sie HIER




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