Was ist die DÄGfA

Was ist die DÄGfA: Die älteste deutsche Akupunkturgesellschaft (1951), die sich für ein hohes Niveau in der Ausbildung von Ärzten engagiert.
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Wo hilft Akupunktur

Die Wirkung der Akupunktur ist bei unterschiedlichsten Indikationen durch zahlreiche Studien belegt.
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Akupunktur hat nicht geholfen?

Ihre Akupunkturbehandlung hat nicht ganz die erwünschte Wirkung zeigt. Das kann folgende Gründe haben:
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Was kostet Akupunktur

Die Kosten liegen bei 30 bis 70 Euro pro Sitzung. In einigen Fällen übernehmen die Krankenkassen die Kosten teilweise oder sogar ganz.
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Heuschnupfen

Pünktlich zum Frühjahrsbeginn machen Ärzte wieder mobil gegen ein ständig zunehmendes Übel: den Heuschnupfen. Rund ein Fünftel der Deutschen leidet darunter und bekämpft den Ansturm von Erlen-, Haselnuss- und Gräserpollen mit alljährlich neuen Präparaten. Ein echter Durchbruch ist bisher noch nicht gelungen - ein guter Grund, bei der Akupunktur Hilfe zu suchen, die Heuschnupfen behutsam lindern kann.

Akupunktur und Moxibustion  bei Heuschnupfen / allergische Rhinitis

- die wissenschaftliche Studienlage

 

 

 

 Eine sehr wichtige und aktuelle Übersichtsarbeit (Feng et al 2015) fasst die Ergebnisse von 13 verschiedenen Studien zur allergischer Rhinitis/Heuschnupfen mit insgesamt 2365 Patienten zusammen. Als Kontrolle zur Akupunktur wurde Minimal-Akupunktur, keine Akupunkturtherapie oder Medikamente eingesetzt. Die Daten zeigen, dass es in den Gruppen die mit Akupunktur behandelt wurden zu einer signifikanten Reduktion von nasalen allergischen Symptomen sowie zu einer signifikanten Reduktion von Medikamenteneinnahme kam. Auch die körpereigenen Antikörper (IgE) waren in den Therapiegruppen signifikant weniger im Blut vorhanden als in den Kontrollgruppen. Einige Daten beurteilten an Hand von zwei validierten Fragebögen die Lebensqualität. Hier zeigte sich, dass die Therapiegruppe eine signifikant höhere Lebensqualität angab (im Bezug auf die Rhinitis und auch allgemein) als die Kontrollgruppen. In den Studien wurde von keinen schwerwiegenden Nebenwirkungen der Akupunkturgruppe berichtet.

Unsere Empfehlung: die Akupunktur ist eine effektive und sichere Therapie der allergischen Rhinitis.

Studie HIER

 

Die englischen Fachgesellschaften haben eine aktuelle Empfehlung - sogenannte „Klinische Leitlinien“ - (Seidlman et al 2015) zur Diagnostik und Therapie der allergischen Rhinitis/Heuschnupfen herausgegeben. Sie empfehlen die Akupunktur bei Patienten einzusetzen, die keine medikamentöse (in erster Linie Kortison) Therapie wünschen. Eine Empfehlung zur Therapie mit pflanzlichen Mitteln wurde nicht erstellt.

Empfehlung: Die englischen Fachgesellschaften empfehlen die Akupunktur, wenn keine medikamentöse Therapie gewünscht ist.

Studie HIER

 

ACUSAR Studie Akupunktur bei Rhinitis allergica

An der großen, sehr achtsam geplanten sogenannten ACUSAR Studie (Brinkhaus et al 2013) nahmen 422 Patienten und 46 in Akupunktur und chinesischer Medizin spezialisierte erfahrene Ärzte teil. ACUSAR steht für ACUpuncture with Sesonal Allergic Rhinitis – Akupunktur bei saisonaler allergischer Rhinitis/Heuschnupfen. Die Patienten wurden in drei Gruppen eingeteilt. Die erste wurde mit Akupunktur behandelt, die zweite erhielt Minimal-Akupunktur und die dritte zunächst keine Therapie. Diese letztere Gruppe erhielt allerdings nach 8 Wochen Wartezeit ebenfalls eine reguläre Akupunkturbehandlung. Diese Patienten zeigten dann eine ebenfalls abnehmende Beschwerdeintensität wie die Akupunkturgruppe 1 nach dem Behandlungszyklus. Alle Patienten durften sogenannte Notfall- oder Bedarfsmedikation (orales Antihistamin z.B. Ceterizin oder systemische Steroide) zu sich nehmen, falls die Symptome zu stark waren. Die Autoren der Studie fanden heraus, dass die Akupunktur nach 8 Wochen Therapie im Vergleich zur Minimal-Akupunktur und zu keiner Akupunktur zu einer signifikanten Verbesserung der sogenannten krankheitsspezifischen Lebensqualität führt sowie zu einer signifikanten Reduktion des Medikamentenverbrauchs (Antihistamin). Nach 16 Wochen war dieser Unterschied zwischen den 3 Gruppen (Sofort Akupunktur, Minimal-Akupunktur und Akupunktur nach Wartezeit) noch vorhanden, aber nicht mehr so deutlich. Die Besserung der Symtpomatik war auch bei denjenigen Patienten nachweisbar, die zunächst nur Notfallmedikation bekommen hatten und dann erst nach Ablauf von 8 Wochen Akupunktur erhielten. Im folgenden Jahr waren die Beschwerden der Patienten die Akupunktur erhalten hatte geringer als die der Minimal-Akupunktur-Gruppe.

Schlussfolgerung: Die Autoren fanden Akupunktur signifikant wirksam  zur Behandlung der allergischen Rhinitis, wagten aber keine Aussage bezüglich der klinischen Bedeutung dieser Effekte.

Studie HIER


Studien Akupunktur bei chronischem Heuschnupfen

Eine mittelgroße randomisiert kontrollierte Studie (Brinkhaus et al 2004) vergleicht an 52 Patienten mit saisonaler allergischer Rhinitis (Heuschnupfen) den Unterschied zwischen Akupunktur plus spezifischer chinesische Phytotherapie (chinesische Kräutertherapie) und Minimal-Akupunktur plus unspezifische chinesische Phytotherapie. Die Behandlungsdauer betrug 6 Wochen, mit wöchentlicher Akupunktur bzw. Minimal-Akupunktur und drei Mal täglich Einnahme eines sogenannten Dekokt mit Phytotherapeutika. Es wurde die Veränderung der Heuschnupfensymptome gemessen. Es zeigte sich nach der verum (=echten) Therapie eine signifikante Verbesserung der Lebensqualität bezogen auf die Heuschnupfsymptome (Verum-Therapie-Gruppe: 84,6 %, Kontrollgruppe: 40%). Keinen Unterschied zwischen den Gruppen konnte mit dem Fragebogen nach den körperlichen Symptomen festgestellt werden.

Schlussfolgerung: Auf Grund dieser Studie kann man sagen, dass die Behandlung mit traditioneller chinesischer Phytotherapie bei der saisonalen allergischen Rhinitis eine effektive und sichere Methode ist und in deren Behandlung mit eingezogen werden kann.

Studie HIER

 

Eine sehr interessante Studie (Petti et al 2002) untersucht die allergie-auslösenden Faktoren im Blut bei chronischer allergischer Rhinitis. Die Plasmakonzentration der sogenannten Cytokine IL-2, IL-6 und IL-10 im Blut wurden bei gesunden Probanden, Patienten die Akupunktur erhalten hatten, Patienten die Minimal-Akupunktur erhalten hatte und Patienten, die keine Therapie erhalten hatte, gemessen und miteinander verglichen. Die Blutabnahme erfolgte vor, sowie zwei Stunden und 24 Stunden nach der Behandlung. Es wurde nur eine einzige Akupunktur bzw. Minimal-Akupunktur Sitzung durchgeführt. Die Akupunkturgruppe zeigte eine signifikante Reduktion von Interleukin (IL) 10. Sowohl in der Minimal-Akupunktur-Gruppe als auch in der Kontroll-Gruppe ohne Behandlung zeigte sich keine Veränderung des IL-10. Nach 24 Stunden zeigte sich auch eine signifikante Reduktion von IL-2 in der Akupunkturgruppe. Das Cytokin IL-6 zeigte zwar eine Reduktion nach Akupunkturtherapie – diese Veränderung war jedoch nicht signifikant.

Schussfolgerung: die signifikante Veränderung des IL-10 ist möglicherweise eine (Teil-) Erklärung, warum die Akupunktur bei der allergischen Rhinitis wirksam ist.

Studie HIER

 

Die 238 Teilnehmer mit allergischer Rhinitis eine multizentrische Studie (Choi et al 2013) wurden in drei Gruppen eingeteilt. Die erste erhielt Akupunkturtherapie, die zweite Gruppe Minimal-Akupunktur und die dritte Gruppe zunächst keine aktive Behandlung. Therapiert wurde über den Zeitraum von 4 Wochen mit je drei Sitzungen pro Woche. Gemessen wurden die nasalen Symptome. Ein positiver, bereits signifikanter Effekt der nasalen Symptome war schon nach 2 Wochen Therapie (Akupunktur und Minimal-Akupunktur) vorhanden, wurde aber nach 4 Wochen sehr deutlich: es zeigte sich, dass die Akupunkturgruppe nach Abschluss der Behandlung signifikant weniger nasale Symptome hatte als die Gruppe, die keine Therapie erhalten hatte. Der Therapieerfolg der  Akupunkturgruppe war auch deutlich, aber nicht signifikant  besser als in der  Gruppe, die Minimal-Akupunktur erhalten hatte. Interessanterweise war jedoch der Schlaf bei der Gruppe, die mit verum (=echte) Akupunktur behandelt worden war, signifikant besser als bei den Patienten, die Minimal-Akupunktur erhalten hatten. Die Autoren berichten über keine schwerwiegenden, unerwünschten Wirkungen.

Unsere Empfehlung: die Akupunktur kann sehr gut zur Behandlung der allergischen Rhinitis eingesetzt werden. Zudem ist es eine sehr nebenwirkungsarme und sichere Therapie.

Studie HIER

 

 

Eine internationale, multizentrische, radomisiert kontrolliert und einfachverblindete Studie (Zhan et al 2014) vergleicht bei 245 Patienten mit beständiger allergischer Rhinitis die Wirkung von Akupunkturpunkt-Massage am Ohr im Vergleich zu Mini-Massage von Akupunkturpunkten ebenfalls am Ohr. Die Behandlungen fanden zwei Mal pro Woche über acht Wochen statt. Zusätzlich mussten die Patienten drei Mal täglich eine Selbst-Massage vornehmen. Bewertet wurde die schwere der Symptome und die Lebensqualität. Zu Ende der Behandlung und 12 Wochen später waren sowohl die Lebensqualität als auch die körperlichen Symptome in der Akupunkturpunkt-Massage-Gruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant gebessert.

Empfehlung: die Massage an Ohrakupunkturpunkten kann erfolgreich in der Therapie von allergischer Rhinitis eingesetzt werden.

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Studien Akupunktur bei Kindern mit Heuschnupfen

72 Kinder nahmen an einer randomisiert, kontrolliert, doppel-verblindeten Studie (Ng et al 2004) zur Behandlung von hartnäckiger allergischer Rhinitis (Heuschnupfen) teil. Eine Gruppe erhielt Akupunktur, die anderen Minimal-Akupunktur an den selben Akupunkturpunkten, 3 mm tief gestochen. Sowohl die Kinder als auch die Kinderärzte, welche die Kinder untersuchten und evaluierten wussten nicht, welcher Gruppe die Kinder zugeteilt waren. Die kleinen Patienten wurden über 8 Wochen mit je zwei Behandlungen pro Woche Akupunktur bzw. Minimal-Akupunktur behandelt. Es zeigte sich, dass die Gruppe, die echte Akupunktur erhalten hatte signifikant mehr symptomfreie Tage und signifikant niedrigere Werte beim Allergie-Fragebogen (nach Ende der 8 Wochen Behandlung und nach 16 Wochen) hatte als die Gruppe, die Minimal-Akupunktur erhalten hatte.

Keinen Unterschied zwischen den Gruppen gab es beim Bedarf an Notfallmedikation und bezüglich der immun-assoziierte biochemischenWerte des Blutes (Eosinophile, Serum IgE) oder des Nasenschleimsekretes (Anzahl der eosinophilen Zellen).

Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass Akupunktur effektiver die Symptome von Heuschnupfen bei Kindern reduziert als Minimal-Akupunktur. Zudem gab es keine unerwünschte Wirkung.

Unsere Empfehlung: Akupunktur ist eine wirkungsvolle und sichere Methode zur Behandlung von hartnäckiger allergischer Rhinitis bei Kindern.

Studie HIER

 

Studien Moxibustion bei allergischer Rhinitis

Eine randomisiert kontrollierte Studie (Min et al 2015) mit 355 Teilnehmern mit allergischer Rhinitis vergleicht die Wirkung von Moxibustion und dem Medikament

Loratadine. Dieses Antihistamin wird häufig bei Allergie eingesetzt. Moxibustion, kurz „Moxa“, ist eine Methode der chinesischen Medizin, bei der ein Kraut oder Krautgemisch verbrannt wird. Die entstehende Wärme wird therapeutisch genutzt. Behandelt wurde wie folgt: die Kontrollgruppe nahm täglich über 8 Wochen 10 mg Loratadin, die andere Gruppe wurde zwei Mal pro Woche für 30 Minuten über acht Wochen mit Moxa behandelt. Die Nachbeobachtung betrug ein Jahr.

Sowohl Loratadin als auch Moxibustion konnten die körperlichen Symptome wie verstopfte, juckende, wunde oder laufenden Nase deutlich bessern. Allerdings hielt die Besserung bei der Gruppe die Moxa bekommen hatte länger an. Diese Gruppe hatte – im Gegensatz zur Medikamentengruppe – auch eine Steigerung der Lebensqualität, da sich auch Symptome wie Geschmacksverlust, Erschöpfung, Empfindlichkeit gegen Wind und Kälte sowie kalte Extremitäten deutlich verbesserten.

Schlussfolgerung: Die Moxibustion ist in der Reduzierung der körperlichen Beschwerden bei allergischer Rhinitis genau so gut wie das Antihistamin Loratadin, verbessert allerdings zusätzlich auch die Lebensqualität der behandelten Patienten.

Studie HIER

 

Suchstrategie:

Keywords: acupuncture AND (allergy OR allergic rhinitis OR heyfever)

Filter: RCT, Review, 5 years, 10 years

 

Direct Search: Brinkhaus et al.

Basic Source: Literaturliste des WissZ (online: www.daegfa.de)

 Autoren: Stör J; Fleckenstein J; Stör W

Korrespondenzadresse: wissenschaftszentrum@daegfa.de



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