TCM-Diagnose
Was die Zunge verrät
Die Untersuchungsmethoden der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) unter-scheiden sich wesentlich von der Schulmedizin. Es ist die Kombination aus Beobachtungsgabe und uraltem Fachwissen, die es TCM-geschulten Ärzten ermöglicht, einer Krankheit auf die Spur zu kommen. Ein Blick auf die Zunge gibt ihnen erste wichtige Hinweise.

Jetzt machen Sie mal Aaaa!" Diese Aufforderung kennen wir, wenn der Arzt Entzündungen im
Hals - Rachen - Raum untersucht. Der Doktor drückt dann meist mit einem Spatel die Zunge herunter, damit er einen besseren Blick in den Rachenraum des Patienten und auf dessen Mandeln hat. Seltener gilt die Aufmerksamkeit des Arztes der Zunge selbst. Dabei gibt gerade deren Zustand wichtige Hinweise auf den Gesundheitszustand des Menschen.

Ärzte, die in TCM ausgebildet sind, wissen das.
Denn in der TCM gehört die Inspektion der Zunge zu den vier grundlegenden Formen der Diagnostik. (Die anderen drei Formen sind übrigens: Riechen/Hören, die Pulsdiagnose und die Anamnese.)
Das Herz liegt auf der Zunge - ganz vorn
Wichtige Hinweise auf den Gesundheitszustand gibt die Form der Zunge, ihre Farbe und ihre Beläge. Daraus kann der Arzt Funktionsstörungen und Veränderungen im Körper erkennen, denn die Zunge und die inneren Organe stehen durch die Meridiane, Energieleitlinien des Körpers, miteinander in Verbindung. Die Zungenspitze entspricht den Organen Herz und Lunge, die Zungenmitte spiegelt Milz und Magen wider, der Zungengrund zeigt die Niere, die Zungenränder entsprechen der Leber und der Gallenblase.
Der TCM-Arzt schaut sich als erstes die Zunge als Ganzes an ("Zungenkörper"). Aus der Form, der Farbe und der Beweglichkeit schließt er auf die Grundkonstitution des Patienten, auf den Zustand seiner Organe und auf das
"Wahre Qi" (Lebensenergie).
Die Farben reichen von hellrot über dunkelrot bis lila und schwärzlich. Je dunkler die Schattierung umso stärker der Hinweis, dass ein krankmachendes Element schon tief in den Körper eingedrungen ist Die Zungenoberfläche gibt weitere Hinweise - durch Beläge, Furchen, Risse - zum Beispiel auf krankmachende äußere Einflüsse. Krankheiten des Verdauungssystems lassen sich so besonders gut diagnostizieren.
Früherkennung und Therapiekontrolle
Das Verblüffende: Krankheiten, die sich gerade erst anbahnen, zeigen sich schon sehr früh durch Veränderungen an der Zunge. Der Arzt kann also bald erkennen, wann und wo Gefahr im Verzug ist. Durch genaues Beobachten des Zungen - Zustands lässt sich aber auch feststellen, ob eine Behandlung anschlägt. Wichtig dabei: Immer ist das, was der Arzt aus der Zunge liest, nur ein hilfreicher Hinweis. Zur genauen Diagnosestellung werden stets weitere Untersuchungsmethoden herangezogen.
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