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Ziehen im Bauch, Krämpfe, Übelkeit - das kennt jede Frau. Junge Mädchen leiden meist am heftigsten darunter. Im Laufe des Lebens lassen die Symptome nach - leider nicht bei allen Frauen. Viele begleitet das allmonatliche "Unwohlsein" bis in die Wechseljahre. Akupunktur kann die Beschwerden lindern.
Nicola S. weiß genau, was sie braucht, um alle vier Wochen ihre Regel einigermaßen problemlos zu überstehen: ein Bad, eine Wärmflasche, krampflösende, schmerzstillende Medikamente, Kamillentee, ein spannendes Buch und dann ab ins Bett!
Doch Nicola hat eine Familie, und sie ist berufstätig. Selbst wenn ihre Regel immer pünktlich alle vier Wochen Freitag nachmittag käme, Nicola will nicht alle vier Wochen ausfallen - weder für ihre Familie noch für ihren Chef und ihre Kollegen. Sie fühlte sich lange in einem Dilemma.
Ihre starken Regelschmerzen bekam Nicola erst in den Griff, als eine Freundin ihr riet, es doch mal mit Akupunktur zu versuchen. Denn in der Chinesischen Medizin hat gerade die Frauenheilkunde einen besonderen Stellenwert. Mit dem Erkennen und Heilen von Frauenkrankheiten beschäftigten sich die Chinesen schon 2000 v. Chr. In Europa gab es erste Anzeichen einer speziellen Frauenheilkunde erst 3600 Jahre später, nämlich im 16. Jahrhundert.
Nach chinesischer Vorstellung arbeiten beim Menstruationszyklus Blut und die Lebensenergie Qi (sprich: Tschi) zusammen. Ist dieses Wechselspiel gestört, kann es durch Akupunktur wieder ins Gleichgewicht gebracht werden. Darüber hinaus hat Akupunktur schmerzstillende Wirkung, sie beruhigt aber auch, entspannt die Muskeln, reguliert das Nervensystem und aktiviert den Hormonhaushalt.Besonders gut behandeln lassen sich deswegen:
- die schmerzhafte Blutung (Dysmenorrhö). Von dieser Menstruationsstörung ist jede fünfte Frau betroffen. Die Beschwerden: allgemeines Krankheitsgefühl, Bauchkrämpfe, Kopf- und Rückenschmerz, Übelkeit und Verstopfung. Die Chinesische Medizin geht bei diesen Symptomen davon aus, dass der Energiefluss im Körper gestört ist. An drei Meridianen, die für die Behandlung von Menstruationsschmerzen entscheidend sind, setzt der Akupunkteur seine Nadeln.
- Auch bei anderen Menstruationsstörungen wie z.B. dem Ausbleiben der Blutung, obwohl keine Schwangerschaft besteht(Amenorrhö) sowie bei zu starken Blutungen (Hypermenorrhö) oder zu häufigen Blutungen (Polymenorrhö, öfter als alle 25 Tage) kann die Akupunktur helfen.
- Bei Tumorschmerzen oder nach Unterleibsoperationen können die Nadeln
erfolgreich eingesetzt werden, weil die Akupunktur nicht die Nebenwirkungen von Schmerzmitteln hat.
- Prämenstruelles Syndrom (PMS) ist die Bezeichnung für die "Tage vor den Tagen". Viele Frauen klagen über Nervosität, Spannen in den Brüsten, Schwindelgefühl und Verdauungsprobleme drei bis vier Tage vor der Periode. Die Beschwerden werden beim Eintreten der Regel von den typischen Regelschmerzen abgelöst. Erst am dritten Tag ihrer Periode fühlen sich die meisten Frauen nicht mehr "unwohl".
- Beim Auftreten von PMS können nicht nur die Störungen des Energieflusses in den Meridianen die Ursache sein, sondern auch emotionaler Stress, falsche Ernährung und körperliche Überlastung. Ärzte empfehlen, regelmäßige Ruhephasen einzulegen, weniger kaltes und rohes, sondern warmes Essen zu sich zu nehmen und auf richtige, nämlich ausgleichende Bewegung zu achten.
Nicola S. ist ihre Regelprobleme los. Trotzdem zieht sie sich manchmal gern mit einem spannenden Buch ins Bett zurück. Aber nicht weil sie Bauchweh hat, sondern weil ihr eine Pause gut tut, um neue Kraft zu schöpfen.

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