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Yin und Yang


Gegensätze, die Einklang schaffen

Nach chinesischer Auffassung sind sie das A und O aller Dinge: Yin und
Yang, das weibliche und das männliche Prinzip. Die beiden Energien
durchdringen Mensch und Natur und halten durch ständigen Wandel
Balance. Das Yin und Yang unseres Körpers nennen Chinesen symbolisch
sein Wasser und sein Feuer: Nur wenn das Verhältnis der beiden
zueinander stimmt, bleiben wir gesund.


Sodbrennen und Magendrücken machen dem jungen Mann zu schaffen, der bei      Dr.Jost Hilfe sucht. Der mit der Chinesischen Medizin vertraute Arzt beginnt mit der Untersuchung des Kranken. Zuerst wird die Zunge betrachtet: Trocken, hellrot und
glatt ist sie. Der Urin ist dunkelgelb. Und der Puls? Dr. Jost nennt ihn "fein und schlüpfrig" und fragt den Patienten, ob seine Magenprobleme sich durch Kälte bessern. "Ja!", bestätigt der junge Mann fast erleichtert, "kalte Kompressen nehmen den Druck!" Für den Arzt ist die Diagnose bald klar:Der Patient leidet an mangelnder Yin-Energie, die den Magen aus dem Gleichgewicht bringt.

Ganz anders die Diagnose bei einer Frau um die sechzig, die über dieselben Symptome klagt - saures Aufstoßen und Magen-schmerzen. Ihre Zunge ist feucht und blass, ihr Urin beinahe farblos. Ihren Puls bezeichnet Dr. Jost als "hohl". "Yang-Leere, die dieMilz beeinträchtigt", erkennt Dr. Jost diesmal als Grund der Beschwerden - eine Disharmonie im Energiefluss, die in der blumigen Sprache der Chinesischen Medizin auch als "erschöpftes Feuer" bezeichnet wird. Yin-Schwäche? Yang-Leere? Yin-Fülle? Herz-stück der chinesischen Denkweise und Medizin ist die Theorie von Yin und Yang. Sie besagt, dass zwei gegensätzliche, aber einander ergänzende Kräfte nicht nur den menschlichen Körper und Geist, sondern alles, einfach alles im Universum bestimmen.
Von der Art, wie ein bestimmter Mensch sich bewegt, bis zu den Eigenschaften irgend
eines Sterns - das weibliche Yin und das männliche Yang definieren, wie und warum und in welcher Beziehung all das zum Rest der Welt steht.


 

Yin und Yang sind wie Schatten und Licht
 
Das Schriftzeichen für Yin bezeichnete ursprünglich die schattige Seite eines Hügels, womit auch Eigenschaften wie Kälte, Passivität, Dunkelheit, Wasser, das Innere, das Unten, die Farbe Schwarz usw. verbunden sind. Yang stand für die sonnige Seite
und damit auch für Helligkeit, Sonne, Hitze, Feuer, Bewegung, Aktivität, das Äußere, das Oben, die Farbe Weiß. Polare Gegensätze prägen das Yin- und Yang- Universum. Yin existiert nie ohne Yang und umgekehrt: Nur wenn es ein Oben gibt, gibt es ein Unten, nur wenn es Licht gibt, gibt es auch Schatten. Die ganzheitliche Denkweise der Chinesen kommt hier zum Ausdruck: Alles in der Welt, auch alle Abläufe des Körpers, stehen in Beziehung zueinander. Nichts existiert aus sich selbst heraus, es gibt nichts Absolutes.


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