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An einen Tanz erinnern die ruhig-fließenden Bewegungen des Tai Chi, die schon bei bloßer Betrachtung ein Gefühl inneren Friedens vermitteln. Die 400 Jahre alte, chinesische Bewegungskunst stärkt Lebenskraft und Gesundheit. Jeder kann die harmonischen Übungen praktizieren und so dem Ziel des Tai Chi näher kommen: der Wandlung zum "ganzen Menschen".
Shanghai City, sieben Uhr. Noch liegen Nebel über dem riesigen Stadtpark und verströmen morgendliche Kühle. Während unter den Wolkenkratzern der Metropole das Leben erwacht, ist es hier still, doch von Einsamkeit kann keine Rede sein: Wie jeden Tag um diese Zeit haben sich in dem Park an die hundert Menschen versammelt, um schweigend langsame, gleichmäßige Bewegungen zu üben. Sanfte Kicks und Drehungen, dynamische Beugen und Schwünge. Zeitlupenhaft und meditativ erscheinen alle diese Formen des Körpers, anmutig und konzentriert zugleich. Es ist, als malten diese Menschen mit ihren Armen, Beinen, Händen und Füßen fließende Bilder, schwerelos, wie chinesische Tuschezeichnungen.
Tai Chi, ganz exakt Tai Chi Chuan genannt, ist im 17. Jahrhundert als Kampfkunst in China entstanden. Daraus haben sich verschiedene Richtungen entwickelt. In den letzten Jahrzehnten fand das "Schattenboxen" auch bei uns im Westen immer mehr Anhänger, vor allem der Jang- und der Wu-Stil, eine Art meditativer Heilgymnastik.
Kraft und Erholung für den Alltag Die weichen, nie abrupten Übungen sind ein wohltuender Ausgleich zu unserem hektischen Lebensstil. Sie wirken entspannend, bauen Alltagsstress und Nervosität ab und stärken, wie wissenschaftliche Studien zeigen, das Immunsystem. Die Übungen sind weder anstrengend, noch kann man sich dabei verletzen, weshalb sie sich für ältere und junge Menschen gleichermaßen eignen. Das ruhige Atmen und die sanften Bewegungen führen zu innerer Balance, Konzentration und Ausdauer und verleihen dem Körper Kraft und Beweglichkeit. Insbesondere die Rückenmuskulatur wird durch Tai Chi gestärkt - ideal für Menschen, die im Sitzen arbeiten.
Doch nicht nur bei Rückenproblemen hilft Tai Chi, auch Schlafstörungen, Migräne oder depressive Verstimmung werden durch die einfach und kunstvoll zugleich anmutenden Bewegungen positiv beeinflusst.
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