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Nein, hier geht es nicht um die zwei oder drei Kilo mehr, die manchmal saisonbedingt den Rock- oder Hosenbund unbequem eng werden lassen. Hier geht es um Übergewicht, das krank macht. Das aber - und das ist das Spannende - ohne Druck und Hungerkur mit fernöstlicher Weisheit und Gelassenheit abgebaut werden kann.
"Sieben Pfund weniger in sieben Tagen!" "Schlank ohne zu hungern". Die unter-schiedlichsten Diäten locken mit solchen Versprechungen. Dabei weiß wohl jeder, dass Schlankheitsdiäten
- nur selten den erwünschten Effekt haben,
- nicht gesund sind und
- der so genannte Jo - Jo - Effekt die verlorenen Pfunde schnell wieder zurück auf Bauch und Hüften bringt.
Trotzdem lassen sich immer wieder Menschen auf Crash - Diäten, Appetitzügler und andere Abnehm-Wundermittel ein. Das ist einerseits verständlich, denn es gibt in der westlichen Welt so viele Menschen mit Gewichtsproblemen wie nie zuvor. Die Folgen sind u.a. Gefäßverkalkung, erhöhte Blutfette, Bluthochdruck, Diabetes sowie das erhöhte Risiko, an Krebs zu erkranken. Andrerseits ist klar, dass man zur gesunden Gewichtsreduzierung ein langfristiges Konzept braucht, das von Ärzten begleitet werden sollte.
Asiaten sind meistens schlank
Kennen Sie richtig dicke Menschen aus China oder Japan? Kaum, denn die kommen höchstens als Sumo-Ringer im Kino und im Fernsehen vor. Einerseits sind die Menschen aus Fernost genetisch anders veranlagt als wir. Noch wichtiger aber ist: Sie ernähren sich anders. Ihre Kost hält sie schlank. Der Beweis: Leben Chinesen oder Japaner lange in westlichen Ländern und nehmen sie die dortigen Ernährungsgewohnheiten an, dann neigen auch sie zum Dickwerden. Und Chinesinnen und Japanerinnen, die normalerweise ein wesentlich geringeres Brustkrebs-Risiko haben als westliche Frauen, erkranken dann auch häufiger an Brustkrebs. In der TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) spielt Ernährung und Diätetik bereits seit über 2000 Jahren eine herausragende Rolle. Schon im Su Wen, einem der ältesten Lehrbücher der chinesischen Medizin, wird die Rolle der Ernährung bei der Behandlung verschiedener Krankheiten beschrieben.
Realistische Ziele sind wichtig
Übergewicht kann mit Hilfe der TCM sehr gut behandelt werden. Wichtig dabei ist, sich sinnvolle langfristige Ziele zu setzen. Anstatt bei 100 Kilo Körpergewicht in drei Monaten 20 bis 30 Kilo abnehmen zu wollen, sollte man sich vornehmen, in einem Jahr etwa 10 Kilo abzunehmen und in einem weiteren Jahr noch einmal 10 Kilo weniger zu wiegen und das Gewicht zu halten! Wichtige Voraussetzung für den Langzeit- Plan: Er sollte ohne strenge kalorienarme und rohkostreiche Alles - oder - Nichts - Diät auskommen. Crash - Diäten führen nämlich meist zu einer energetischen Schwächung und Abkühlung des Organismus. Besser ist eine kalorienreduzierte, kohlenhydratreiche Diät. Für jeden Patienten sollten die Nahrungsmittel dabei ganz individuell und typgerecht nach den Regeln der Fünf Elemente ausgewählt werden. So kommt es trotz verringerter Kalorienzufuhr zu einer energetischen Stärkung des Organismus.
Im Gegensatz zur westlichen Ernährungslehre, bei der sich alles um Kalorien, Vitamine und Mineralstoffe dreht, geht es bei der chinesischen Diätetik um die Wirkungen, die die Nahrung auf die Lebensenergie Qi (sprich: Tschi) und damit auf Yin und Yang hat.
Diese so genannten energetischen Wirkungen werden nach vier Prinzipien beschrieben:
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Die fünf Temperaturbereiche: heiß - warm - neutral - kühl - kalt Die thermische Qualität übt zunächst einen allgemeinen Effekt auf den Organismus aus.Sie wirkt wärmend oder kühlend auf den Körper.
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Die fünf Geschmacksrichtungen: sauer - bitter - süß - scharf - salzig Jeder Geschmack kann einer Yinoder einer Yang-Qualität und einem Funktionskreis zugeordnet werden.
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Die fünf Funktionskreise: Leber (sauer) - Herz (bitter) - Milz (süß) - Lunge (scharf) - Niere (salzig) Jeder Funktionskreis ist einem der fünf Geschmacksrichtungen zugeordnet.
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Die vier Wirkrichtungen: aufsteigend - schwebend - absteigend/ sinkend - fallend Diese Qualität beschreibt die Bewegungsrichtung der Lebensenergie Qi, die durch Nahrungsmittel im Organismus entsteht.
Das Erstaunliche an der chinesischen Diätetik ist, dass eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen gewährleistet ist.
Nahrungsmittel sind in der Chinesischen Medizin immer auch Heilmittel. Denn die Qi- Kraft eines Nahrungsmittels kann gezielt dazu eingesetzt werden, zuviel oder zu wenig Lebensenergie im Organismus auszugleichen. Am besten ist es, wenn zusammen mit einem Arzt ein strukturiertes Programm zur Gewichtsabnahme erstellt und durchgeführt wird. Und so könnte ein Programm zur Gewichtsreduzierung aussehen:
1. Diagnose Nach der Diagnose (zu der auch die Betrachtung der Zunge gehört, siehe Seite 6) erfolgt die individuelle und typgerechte Auswahl von Nahrungsmitteln, die das Qi ausgleichen.
2. Aufstellen eines Ernährungsplans In Abstimmung mit der Ärztin oder dem Arzt wird ein Plan zusammengestellt, der die Nährstoffversorgung sichert,ein gutes Sättigungsgefühl garantiert und der - ganz wichtig - dem individuellen Geschmack und den persönlichen Vorlieben entspricht.
3. Akupunkturbehandlung Der Arzt wählt eine Akupunktur, die individuell auf den Patienten abgestimmt ist. Die Nadeln werden in Punkte mit direktem Einfluss auf die Verdauungsorgane gesetzt. Dazu kommen psychisch stabilisierende Punkte. Weil gestörtes Essverhalten zu den Suchtkrankheiten gehören kann, setzt der Therapeut auch Nadeln an Suchtpunkten am Ohr ein. Manchmal bekommen die Patienten Dauernadeln (sterile Einmalnadeln, ragen nur etwa 1mm über die Hautoberfläche hinaus) an die Ohren, die bis zu einer Woche an Ort und Stelle bleiben.
4. Anregung zu mehr Bewegung Das Erlernen von Qi Gong und Tai Chi kann ein neues Körpergefühl und damit ein besseres Selbstwertgefühl vermitteln.
Von Patient zu Patient
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