Was kostet Akupunktur – gesetzliche Krankenversicherung


Wer kann eine Akupunkturbehandlung erhalten?

Für eine Akupunkturtherapie gibt es keine Altersgrenze, auch hochbetagte Menschen können von ihr profitieren. Babys und Kleinkinder reagieren oft sogar besonders sensibel, hier genügt manchmal schon sanfte Massage entlang der Akupunkturpunkte (Akupunktmassage) oder eine schmerzlose Laserakupunktur. Für Schulkinder gibt es neben der Laserakupunktur auch noch die Möglichkeit, mit extrem dünnen, schmerzarmen Nadeln zu behandeln. Viele Kinder kommen damit ausgezeichnet zurecht. Bei Erwachsenen entscheidet die körperliche Verfassung darüber, wie viele Nadeln gesetzt werden und wie fein sie sein sollen. Menschen, die eine unüberwindbare Angst vor den Nadeln haben, können auch mittels Laserakupunktur behandelt werden.

Was kostet eine Akupunkturbehandlung?

Eine Akupunkturbehandlung kostet je nach Behandlungsdauer und -aufwand etwa 30 bis 70 € pro Sitzung. Bei chronischen Knie- und Lendenwirbelsäulenerkrankungen übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten der Körperakupunktur. Für Patienten, die in die Hausarztverträge eingeschrieben sind, gelten u. U. andere Bedingungen. Zusätzliche Maßnahmen (z.B. Schröpfen, Moxibustion, Laserakupunktur, chin. Ernährungstherapie, Anamnese für die chin. Arznei- und Ernährungstherapie usw.) sind vom Patienten zu bezahlen. Private Krankenversicherungen und private Zusatzversicherungen, insofern sie die Behandlung durch Ärzte beinhalten, erstatten je nach Vertrag Akupunktur im Rahmen einer Schmerzbehandlung, also z.B. bei Kopf-, Gelenk-, Schulter- und Wirbelsäulenschmerzen, Migräne, Menstruationsschmerz usw, also über die von der gesetzlichen Versicherung hinausgehenden Erstattungsindikationen.( Link zu den Zusatzversicherungen).

Wie finde ich eine/n gute/n Akupunktur-Arzt/Ärztin?

Um sich „Akupunktur-Arzt/-Ärztin“ nennen zu dürfen, ist eine spezielle Ausbildung erforderlich. In vielen Bundesländern sind für die Grundausbildung zur Zusatzbezeichnung Akupunktur insgesamt 200 Stunden Theorie- und Praxiskurse sowie eine Prüfung bei der jeweiligen Landesärztekammer notwendig. Hat ein Arzt die Prüfung bei der Landesärztekammer erfolgreich absolviert und darüber hinaus auch noch einen Nachweis über spezielle Weiterbildungen in psychosomatischer Grundversorgung und 80 Unterrichtseinheiten spezielle Schmerztherapie, dann kann er bei der KV die Abrechnungsgenehmigung der gesetzlichen Krankenkassen für Akupunktur zur Behandlung von chron. Knie und LWS-Schmerzen beantragen.

Eine darüber hinausgehende spezielle Akupunkturausbildung ( B-Diplom) kann mit weiteren 150 Fortbildungsstunden erworben werden.

Viele Ärzte/Ärztinnen erwerben zusätzlich noch praktische Erfahrungen und Kenntnisse in China und bilden sich weiter auf den Gebieten der chinesischen Arzneimitteltherapie, der chinesischen Ernährungsheilkunde, der Bewegungstherapien Qi Gong und Tai Chi oder manueller Medizin wie der Tuina-Therapie oder machen einen Masterausbildungsgang mit 500 Stunden TCM- und Akupunkturweiterbildung.

Wir, die Deutsche Ärztegesellschaft für Akupunktur empfehlen Ihnen, sich nur bei einem gut ausgebildeten und erfahrenen Arzt (Ärztin) behandeln zu lassen, denn nur so können Sie sicher sein, dass Sie eine gute Akupunkturbehandlung erhalten, dass die notwendigen schulmedizinischen Abklärungen und Untersuchungen vor der Behandlung erfolgen, dass bei Bedarf schulmedizinische Begleittherapien sicher in die Wege geleitet werden und Krankheiten nicht durch „Nichterkennen“ verschleppt werden. Nur ein Arzt kann genau abwägen, wann die Akupunktur angewandt werden soll oder doch andere Verfahren eingesetzt werden müssen.


Wann spürt man eine Besserung?

Grundsätzlich gilt: Je länger eine Erkrankung besteht, desto länger muss sie behandelt werden. Bei chronischen Erkrankungen (Krankheiten und Beschwerden, die länger als drei bis sechs Monate andauern), spürt man in der Regel zwischen der dritten und sechsten Sitzung eine positive Veränderung. Schmerzen lassen nach, der Schlaf wird tiefer und ruhiger, das Allgemeinbefinden und die seelische Stimmungslage verbessern sich. Erst nach etwa fünf bis sechs Sitzungen lässt sich genauer abschätzen, wie viele Behandlungen noch notwendig sind. Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten üblicherweise alle 12 Monate 10 Akupunktursitzungen, in speziellen Fällen bis zu 15 Sitzungen, diese sind jedoch in der Regel innerhalb eines Zeitraums von 12 Wochen durchzuführen. Die privaten Krankenversicherungen haben keine solche Vorgaben. Bei den privaten Zusatzversicherungen sind z. T. Obergrenzen für die Sitzungszahl pro Behandlungsserie in dem Vertrag ausdrücklich erwähnt.

Wie lange hält der Therapie-Erfolg an?

Die heilende Wirkung einer Akupunktur hält bei Mitarbeit des Patienten oft ein Leben lang an. Je nach individueller körperlicher und seelischer Belastung, Fehlernährung oder ungesunder Lebensführung kann es aber auch nach einer gewissen Zeit zu erneuten Beschwerden kommen, so dass weitere Behandlungen oder eine Auffrisch-Akupunktur notwendig werden. Die gesetzlichen Krankenkassen genehmigen nach Ablauf von 12 Monaten wieder eine neue Behandlungsserie. Die privaten Kassen – und Zusatzversicherungen in der Regel schon früher.

Welche Rolle spielt die Vorgeschichte der Krankheit?

Um sich ein genaues Bild vom Gesundheitszustand seines Patienten zu machen, sammelt der Arzt/die Ärztin nach schulmedizinischer Abklärung der Beschwerden in einem Erstgespräch, der so genannten Anamnese, sämtliche Informationen zur Krankengeschichte des Patienten. Dazu gehören neben einer Beschreibung der aktuellen Beschwerden auch Angaben darüber, wodurch diese schlimmer oder leichter werden und was diese ausgelöst haben könnte. Der eigentlichen Behandlung geht also eine ausführliche Befragung voraus.

Wichtige Hinweise geben dem Arzt/der Ärztin Angaben über die Qualität des Schlafs, den Appetit, die körperliche Belastbarkeit, die seelische Stimmungslage, über Urin, Stuhlgang und Verdauungsbeschwerden. Auch berufliche oder familiäre Belastungen, Menstruationsunregelmäßigkeiten, Hitze- oder Kälteabneigung sind von Bedeutung.

Eine körperliche Untersuchung, die oft Zungen- und Pulsdiagnose nach chinesischen Kriterien einschließt, rundet das Erstgespräch mit dem Patienten ab. Nun kann ein gut ausgebildeter Akupunkturarzt eine „chinesische“ Diagnose stellen und die geeignete Behandlungsmethode bestimmen.

Insbesondere für die „echteTCM“ und die chin. Ernährungsberatung und chin. Arzneitherapie sind diese Anamnesen sehr aufwändig und müssen vom Patienten in der Regel selber bezahlt werden. Hier kann aber eine private (Zusatz)Versicherung die Kosten erstatten.

Körperakupunktur

Die gesetzlichen Kassen erstatten eine TCM-Anamnese nur im Rahmen der Schmerzakupunktur bei chron. Knie – und LWS Schmerzen Bei der Körperakupunktur werden feine Einmalnadeln in bestimmte Hautpunkte gestochen, was kaum schmerzhaft ist. Viele Akupunkturpunkte befinden sich auf unsichtbaren Energiebahnen, den so genannten Meridianen/Leitbahnen. Häufig liegen sie aber auch in Haut- und Muskelzonen in der Nähe des Schmerzes oder der erkrankten Organe. Nach dem Verständnis der chinesischen Medizin wird durch den Nadelreiz der Energie (Qi)-Fluss angeregt und reguliert. Blockaden und Störungen lösen sich auf. Meist genügen bei akuten Erkrankungen einige wenige Akupunktursitzungen, bei chronischen Krankheiten können aber deutlich mehr Behandlungen notwendig sein – je nach Krankheitsbild und körperlicher Verfassung des Patienten. .

Ergänzende Akupunkturmethoden, die von gesetzlichen Kassen nicht erstattet werden:

Manchmal lässt sich der Heileffekt der Akupunktur durch ergänzende Maßnahmen verstärken. Besonders wohltuend ist z.B. die Moxibustion, eine spezielle Wärmebehandlung, bei der getrocknetes Beifußkraut über bestimmten Körperbereichen abgebrannt wird, um diese zu erwärmen und so die Energie anzuregen. Auch Schröpfen und Schröpfkopfmassage können die Akupunktur unterstützen, da sie einen heilsamen Reiz auf die gewählte Körperregion ausüben, Verspannungen der Muskeln lindern und innere Organe positiv beeinflussen.
Zu den Sonderformen der Akupunktur gehört die Laserakupunktur, bei der die Akupunkturpunkte mit einem Softlaserstrahl behandelt werden. Schmerzen entstehen dabei nicht. Sie eignet sich vor allem zur Behandlung empfindlicher Körperregionen, bei ausgeprägten Schwächezuständen des Patienten, bei Nadelangst und bei Kindern. Bei der Triggerpunktakupunktur werden bestimmte, für Schmerzen verantwortliche Muskelpartien mit der Nadel gereizt, um damit für eine lokale Muskelentspannung zu sorgen.
Bei der Ohrakupunktur werden mit besonders feinen Nadeln spezielle Punkte am Ohr stimuliert, die in Beziehung zu den Organen stehen. Auch das seelische Befinden kann über sie beeinflusst werden. Die Ohrakupunktur wird allein oder ergänzend zur Körperakupunktur eingesetzt. Die Schädelakupunktur nach Yamamoto (YNSA) ist eine bewährte Methode, bei der ausschließlich Punkte am Kopf, z.B. an Stirn und Schläfen genadelt werden. Angewandt wird diese Variante der Akupunktur bei vielen akuten und chronischen Krankheiten, häufig auch bei Lähmungen und neurologischen Störungen. Die zu behandelnden Punkte ermittelt der Arzt/die Ärztin durch eine spezielle Tast- und Druckdiagnostik an Schädel, Bauch und Hals. Eine die Akupunktur begleitende Ernährungstherapie wird auf das jeweilige Krankheitsbild abgestimmt. Grundlage ist die chinesische Ernährungslehre, die besagt, dass die Wahl der Lebensmittel, ihrer Geschmacksrichtungen und Zubereitungsarten die Körperfunktionen beeinflusst. Auf diese Weise lassen sich Beschwerden vermindern und Genesungsprozesse deutlich fördern. Die positive Auswirkung einer solchen Ernährungsumstellung ist oft schon nach wenigen Wochen bemerkbar. Bei manchen Krankheiten kann der Patient zusätzlich zur Akupunktur individuell abgestimmte chinesische Arzneimittel erhalten.
Diese basieren meist auf abgekochten Kräutern, einem so genannten Dekokt. Der Patient kann die Kräuterabkochung selbst herstellen oder auf Wunsch fertig in der Apotheke beziehen. In jedem Fall sind diese Heilsubstanzen apothekenpflichtige Arzneimittel, die meist aus China eingeführt werden und in Deutschland strengen Qualitätskontrollen unterliegen. Sofern ein/e erfahrene/r Arzt/Ärztin sie verordnet, sind sie sicher und sehr wirksam und können den Erfolg der Akupunktur oft deutlich verbessern oder beschleunigen. Nach der chinesischen Medizinlehre stärken die Kräuterarzneien das Qi und das Blut sowie Yin und Yang und leiten krankheitsauslösende Faktoren aus dem Körper. Qi Gong und Tai Chi sind meditative Bewegungsübungen, die bewirken, dass die Qi-Energie harmonisch fließt. Die Übungen wirken sich daher positiv auf Körper und Seele aus und unterstützen die anderen Therapieverfahren der chinesischen Medizin. Tuina ist eine chinesische manuelle Therapie, die durch gezielte Handgriffe, Zug, Druck und Reiben Störungen im gesamten Organismus beeinflussen kann. Tuina ist eine wertvolle Ergänzung zur Akupunkturbehandlung und wird angewendet bei Störungen des Bewegungssystems oder in Situationen, in denen der Einsatz von Nadeln nicht möglich ist.

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