 |
 |
|
Akupunktur hilft bei Herzinsuffizienz
|
Heidelberg – Akupunktur kann die Belastbarkeit von Patienten mit chronischer
Herzinsuffizienz verbessern. Die Akupunkturnadeln beeinflussen die Skelettmuskelarbeit
positiv und erhöhen so die Lebensqualität der Patienten. Das ist das Ergebnis
einer Studie einer Arbeitsgruppe um Johannes Backs von dem Universitätsklinikum
Heidelberg. (Heart doi:10.1136/hrt.2009.187930).
Die chronische Herzinsuffizienz ist eine der häufigsten Erkrankungen und
Todesursachen in Europa. Die betroffenen Personen zeigen häufig Luftnot und eine
schnelle Ermüdbarkeit bei körperlichen Belastungen.
Nicht nur die nachlassende Pumpfunktion des Herzmuskels ist für die Symptomatik
verantwortlich. Auch das vegetative Nervensystem und verschiedene Neurotransmitter
beeinflussen den Krankheitsverlauf. Akupunktur beeinflusst nach Angaben der Gruppe das
Sympathikus-System, fördert den Parasympathikus und wirkt außerdem
entzündungshemmend.
Die Wissenschaftler untersuchten in ihrer Studie herzinsuffiziente Patienten, die
medikamentös behandelt wurden und in einem stabilen Zustand waren. Sie teilten die
Studienteilnehmer in zwei Gruppen ein, wobei die eine zehn Akupunktursitzungen erhielt,
die Kontrollgruppe hingegen nur Placebo. Die Nadeln der Placebogruppe simulierten einen
Nadelstich, durchdrangen die Haut aber nicht.
Die Ergebnisse zeigten, dass die Teilnehmer der Akupunkturgruppe nach ihrer Therapie eine
längere Wegstrecke zurücklegen konnten als die Teilnehmer der Kontrollgruppe.
Sie erholten sich außerdem schneller und fühlten sich auch subjektiv weniger
erschöpft.
Die Wissenschaftler vermuten, dass diese Ergebnisse auf verringerte Konzentrationen des
Tumor Nekrose Faktors alpha zurückzuführen sind. TNF alpha führe unter
anderem zur Abnahme von Muskelmasse und Muskelkraft, so die Forscher. Bei der chronischen
Herzinsuffizienz sei dieser Stoff erhöht und führe zur schnellen Ermüdung
der Herzmuskulatur.
Die Studie zeigte, dass die Konzentration von TNF alpha bei der Akupunkturgruppe bereits
nach der ersten Behandlung signifikant sank. Abschließend stelle sich die Frage,
inwieweit die Akupunktur langfristig die Prognose bei Patienten mit chronischer
Herzinsuffizienz verbessere, so die Forscher.
© rme/aerzteblatt.de, Ärzteblatt online vom Montag, 28. Juni 2010
Download PDF
|
|
|
|
|
 |